Scoopcamp 2010 – Warum ich mich auf Aron Pilhofer und Oliver Reichenstein freue

von gkamp
 

Am 29. September findet zum zweiten Mal das von Hamburg@work und der dpa veranstaltete Scoopcamp statt. Alles rund um das Scoopcamp, wie die Anmeldung etc. findet man viel besser auf der Website. Daher wollte ich hier nur auf die beiden Keynotespeaker und den  Scoopcamp  Hackathon eingehen.

In diesem Post geht es darum, earum ich die beiden diesjährigen Keynotespeaker ganz besonders spannend finde. In einem weiteren Blogpost gibt es dann Details zum Scoopcamp Hackathon, den ich (@gkamp) wieder zusammen mit Wolfgang Wopperer ( @wowo101 ) und neu: Klaus-Peter Frahm (@menotti) organisiere. Für diejenigen, die auch ohen Details wissen, dass der Hackathon sich lohnt: Hier könnt ihr euch für den Hackathon anmelden.

Doch jetzt zu den Keynote Speakern und ihren Vorträgen:

Aron Pilhofer: Beautiful data – state of the art approaches to journalistic research and interactive storytelling

Nachdem es mir letzten Jahr gelungen war Adrian Holovaty als Keynotespeaker zu gewinnen, freue ich mich dieses Jahr darüber, dass Aron Pilhofer von der New York Times kommen kann. Am liebsten hätte ich schon letztes Jahr gerne beide gehabt, aber a) konnte Aron nicht und b) hätte es das Bidget vielleicht auch nicht hergegeben. Um so schöner, dass es dieses Jahr klappt.

Ich hatte die Gelegenheit Aron im letzten Jahr in Verbindung mit einem Konferenzbesuch in New York zu treffen und finde er hat einen der spannendsten Jobs den man sich in unserer Branche vorstellen kann: Er ist Editor Interactive Newsroom Technologies für nytimes.com. Das heisst, dass er und sein Team als Teil der Redaktion im Newsroom angesiedelt sind und von dort aus die ganzen interaktiven Elemente und Sonderprojekte auf nytimes.com realisieren.

Das Team  von Aron ( @pilhofer ) besteht  aus Webentwicklern,  Information Architects,  Graphikern etc., die ihre Lösungen im grossen und ganzen unabhängig von der “Standard-IT” von Grund auf selbst entwickeln. Meistens auf Basis “neuer” Webtechnologien und OpenSource Software, also RoR, MySQL und  NoSQL-DBs etc. Gehostet wird das ganze unter Ubuntu  in der Cloud.  Für ihre interaktiven Graphiken und Karten setzen sie (zur Zeit noch) auf Flash, wobei sie hier auch ihre eigenen Frameworks einsetzen. Insbesondere im Bereich Karten haben sie mit Matthew Bloch einen der Besten seiner Zunft.

Einen Eindruck von der Arbeit des Teams kann man sich zum Beispiel anhand der im November stattfindenden Mid-term Elections machen, die schon jetzt sehr intensiv mit den Ergebnissen der Vorwahlen,Vorhersagen etc. begleitet werden. Aber auch die letze Präsidentschaftswahl,  die letzte Sommerolympiade oder die letzte Winterolympiade sind gute Beispiele.

Ein nicht mehr ganz taufrisches, aber immer noch sehr gutes Interview mit Aron findet man hier. Auf seinem Vortrag mit dem Titel: “Beautiful data – state of the art approaches to journalistic research and interactive storytelling” wird er das ganze bestimmt noch an viel mehr Beispielen erläutern.

Document Cloud

Neben seiner Arbeit bei der NYTimes ist Aron auch in einem der spannendsten, von der Knight Foundation geförderten Projekte involviert, das die NYTimes zusammen mit ProPublica realisiert: DocumentCloud.

DocumentCloud is an index of primary source documents and a tool for annotating, organizing and publishing them on the web.

Aron wird in seinem Vortrag wohl eher nicht auf Document Cloud, das zur Zeit von ca zwei Dutzend amerikanischen Nachrichtenorganisationen getestet wird, eingehen können. Ich empfehle aber jedem das Projekt nicht aus den Augen zu verlieren. Kleiner Wermutstropfen: Leider ist es aus rechtlichen Gründen noch nicht möglich, Organisationen ausserhalb der USA einen Betatest-Zugang zu geben. Der newslab-Antrag hängt deswegen seit einigen Monaten. Vielleicht bringt Aron ja gute Nachrichten mit.

Oliver Reichenstein – Duplo statt Lego: iPad-Design in Theorie und Praxis

Mindestens genau so spannend wird der Vortrag von Oliver Reichenstein ( @ia ) von den Information Architects. Oliver konnten wir auf meinen Vorschlag über die Vermittlung des Scoopcamp Partners Zeit Online (Vielen Dank Oliver und Sven) für das Scoopcamp gewinnen. Leider kenne ich Oliver noch nicht persönlich und freue mich darauf, dass sich das ändern wird.

Netzweit am bekanntesten sind die Information Architects wohl für ihre immer wieder mit Spannung erwarteten Poster: den Web Trend Maps (1, 2,3 und 4) und in diesem Jahr dem Cosmic 140 Poster.

Mindestens genauso spanned ist aber die Firmenkonstruktion selbst. Eine relativ kleine Firma mit zwei Standorten: Zürich und Tokio. Hoffentlich erzählt Oliver Reichenstein auch etwas darüber.

Die Allgemeinheit kennt die Arbeit von Oliver Reichenstein und seinen Kollegen aber eher indirekt. Über die von Ihnen (mit-)gestalteten Webauftritte von Zeitungen wie etwa Zeit Online, des Tagesanzeigers, der Basler und der Berner Zeitung etc. Für mich haben alle diese Auftritte eines gemeinsam: Sie liegen über dem Durchschnitt.

Am spannendsten – zumindest für mich – sind aber die erfrischend klaren (und deutlichen) Aussagen von Oliver Reichenstein zum Thema Design für das iPad und Tablets allgemein, die sich in diesem fulminanten und unbedingt lesenswerten  Artikel manifestieren.

So sehr ich die dort vertretene Linie verstehe und unterstütze, so sehr kann ich aber auch die Probleme verstehen, die ggf. Printredaktionen und die bisherigen Leser der Printprodukte evtl. mit dieser Linie haben.

Als Konsequenz dieses Dilemmas haben z.B. die Default -Artikeltemplates (HTML5) unserer in Entwicklung befindlichen iPad  App  ein einspaltiges Artikeldesign ohne Paging,  das nur mit CSS von hoch auf quer umgestellt wird. Wir bauen aber auch Optionen für mehrspaltiges Layout und Paging der Artikel ein (wie wir es z.B. in dem Prototypen für die Frankfurter Rundschau realisiert hatten),  und erklären den Kunden dann welche Probleme und Mehraufwände sie sich damit ggf. einhandeln.

Nicht zu vernachlässigen ist auch das Interesse der Verlage, die iPad-User in die Print-Auflage mit einberechnen zu können. Dies bedeutet aber auch, dass die Applikation ein Faksimile der Print-Ausgabe enthalten muss, Wie das am Besten geschehen kann, sehen wir uns im Moment gerade etwas genauer an. Auf keinenFall würde wir aber das Interesse an einer Zählbarkeit für IVW über das Interesse eines Nutzers an einer guten und dem Medium / Gerät angemessenen Applikation stellen. Dann würde man unserer Meinung nach nämlich eine Milchmädchenrechnung aufmachen.

Auf  jeden Fall freue ich mich deshalb schon sehr auf seinen Vortrag zum Thema: “Duplo statt Lego: iPad-Design in Theorie und Praxis”. Und auf die sich anschliessende Diskussion, die es sicher geben wird

Mein Problem am Nachmittag: In welchen der beiden Workshops gehe ich. Oder doch in einen ganz anderen?

3 Trackbacks

  1. [...] This post was mentioned on Twitter by marcus bösch and scoopcamp, dpa-newslab. dpa-newslab said: Blogpost: "Warum ich mich auf die Scoopcamp Keynote Speaker freue" http://www.dpa-newslab.com/?p=142 #sc10 [...]

  2. [...] schreibt in einem Blogpost der dpa-newslab warum er sich besonders auf die beiden Keynote Speaker Aron Pilhofer und Oliver Reichenstein [...]

  3. [...] Scoopcamp 2010 – Warum ich mich auf Aron Pilhofer und Oliver Reichenstein freue [...]

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