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Anfang Dezember 2009 ging dpaq, der URL-Shortener der dpa, offiziell an den Start und ist damit das erste öffentlich sichtbare Zeichen des dpa-newslabs.
Über dpaq beschreibt die Motivation hinter der Entscheidung der dpa einen eigenen URL-Shortener zu betreiben. Ich selbst habe in zwei Posts auf meinem privaten Blog zunächst erklärt warum ich zentrale URL-Shortener schlecht, dezentrale URL-Shortener für Content-Provider aber sinnvoll finde.
Für die Existenz von dpaq gibt es daher IMHO genau einen wesentlichen Grund: Die Zeilenlänge von 69 Zeichen im IPTC7901 basierten dpa-Textfunk. Viele der URLS auf die verwiesen wird sind länger als 69 Zeichen und müssen daher umgebrochen werden. Das wiederum erschwert unseren Kunden die Identifikation der Links, da sie zuerst wieder zusammen gesetzz werden müssen. Also die gleiche Situation wie bei ASCII-EMails die zur Realisierung des ersten URL-Shorteners TinyURL führte.
Das Tracking der Klicks auf die von uns so verlinkten Inhalte sind aber natürlich auch eine nicht uninteressante Information für die dpa, da die dpa als “Nachrichtengrosshändler” keinen direkten Endkundenkontakt hat und daher auch nicht auf diesem Wege Nutzungsstatistiken für die Nutzung der von ihr produzierten Inhalte gewinnen kann. Diese wiederum sind natürlich für die Steuerung der Inhalteproduktion nicht uninteressant.
Der wesentliche Unterschied zu den frei am Markt verfügbaren URL-Shortenern wie bit.ly, tinyurl.de etc ist der, dass wir als dpa die volle Kontrolle über ihn haben. Dies bedeutet auch und insbesondere, dass nicht jedermann eine kurze URL anlegen kann sondern nur Mitarbeiter der dpa. Ein wichtiges Fakt, dass in der Berichterstattung zum Start nicht unbedingt von jedem erwähnt wurde.
Die “Philosophie” hinter dpaq
Entworfen wurde dpaq nach der Regel “The simplest thing that could possibly work”. Daher enthält die Applikation bislang nur die allernotwendigsten Dinge, die ein URL-Shortener der dpa braucht. Das bedeutet konkret:
Unter http://dpaq.de kann man von überall eine verkürzte URL in seine Langform auflösen. Unter einer anderen Internetadresse kann man als dpa-Mitarbeiter aus dem dpa-Netz heraus
- eine URL verkürzen und ihr ggf. einen sogenannten Vanity-Namen geben. (Zusätzlich gibt es ein Bookmarklet, das das ganze noch einfacher macht)
- sich ansehen wie oft von woher auf diese URL geclickt wurde
- über eine ReSTful-API aus Drittsystem neue Kurz-URLs anlegen
Technische Details
Gebaut ist dpaq auf Basis von Ruby on Rails, einem Webframework, dass sich bei Startups aller Art grosser Beliebtheit erfreut, aber auch schon seine Skalierbarkeit bei Twitter, Xing, Qype und Co unter Beweis gestellt hat.
Implementiert hat dpaq (nicht rein zufälligerweise) Frank Westphal, die Person hinter rivva.de, dem bekanntesten deutschen Memetracker. Wer rivva.de noch nicht kennt, der sollte es sich unbedingt mal ansehen.